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Home Borderline Pflegeanleitung für Helferchen (Grenzhausprojekt)

Pflegeanleitung für Angehörige, den sogenannten "Helferchen"

Pflegeanleitung für Angehörige, den sogenannten "Helferchen"

Liebe Leser!

Solltet Ihr auch ein „Helferchen“ sein, bitten wir Euch dieses Kunststückchen hier auch mit einem hohen Mass an Geduld und einem ordentlichen Schuss gesunder Selbsterkenntnis zu lesen.

Solltet Ihr ein "Bordi" sein, dem vielleicht etwas hier gleich auf Anhieb so gar nicht gefällt, schiebt es zunächst doch bitte etwas in den Hintergrund (auch wenn es schwer fällt) und erinnere Euch daran, dass zum Gelingen einer Beziehung immer beide Seiten gehören und es auch nur geht mit gegenseitiger Wertschätzung und Empathie füreinander.

Solltet Ihr dahingegen einfach eine Person sein, der erst vor kurzen zum ersten Mal ein "Bordi" über den Weg gelaufen ist, möchten wir Euch bitten Euch diese Regeln wirklich zu Herzen zu nehmen und allzeit bereit zu sein, Euch auch mit Euch selbst auseinander zusetzen und Euch vor allem auch stets zu bemühen Verantwortungsgefühl, Ernsthaftigkeit und Mitgefühl für den Anderen walten zu lassen, egal wie nah oder auch fern er Euch in einem bestimmten Moment sein mag.


1. Wie starte ich mit meinem „Helferchen“ in den Tag?

Man lasse ihn bitte ausschlafen und erst mal seinen Kaffee, Tee etc. geniessen.

Danach formuliere man bitte in möglichst klaren und akustisch verständlichen Sätzen (bitte ohne Schreien!) die schon brennenden Anliegen der letzten Nacht, der letzten Woche, der letzten Jahre. :)

Als Nächstes lasse man ihn bitte in Ruhe sein Frühstück einnehmen und bereite sich auf einen kleinen „Small Talk“ vor. Wenn das „Helferchen“ dann wach ist, ist der Zeitpunkt gekommen um ihm seine konkreten Anliegen für den Tag zu schildern.

Das „Helferchen“ freut sich, wenn es zur Arbeit verabschiedet wird mit einer Umarmung (darf auch kurz sein!) und einem Küssie.

Eine entsprechende Begrüßung nach einem harten Arbeitstag wäre genauso wünschenswert. Beachtet hierbei bitte auch, das "Helferchen" erstmal fünf Minuten zur Ruhe kommen zu lassen...danach hat es mit Sicherheit ein offenes Ohr für Euch. :)


2. Wie bringe ich mein „Helferchen“ dazu genau das zu tun, was ich will?

Das „Helferchen“ möchte nicht gerne manipuliert werden. Viel besser ist es da, immer das Gespräch zu suchen.

Das „Helferchen“ möchte auch nicht gerne mit den Eltern oder anderen Personen verglichen werden, mit denen man Schlechtes erlebt hat.

Das "Helferchen" möchte darüber hinaus auch nicht mit Leuten verglichen werden, die es zum Einen gar nicht kennt und die zum Anderen auch noch anders bis auf jeden Fall besser sein sollen. In beiden Fällen kommt behutsames Vorantasten an seine wirkliche Persönlichkeit immer gut. :)

Bitte lasst dem "Helferchen" immer auch etwas Zeit, egal wie ungeduldig Ihr manchmal mit ihm seid. Es hat auch nur zwei Arme, zwei Beine, nur ein Gehirn und auch noch andere Verpflichtungen, denen es nachgehen muß am Tage, zusätzlich zu dem, was Ihr gern von ihm möchtet, deshalb ist auch ein Nachspüren und Erkunden für die Bedürfnisse des "Helferchen" ganz wichtig.

Das „Helferchen“ möchte bitte auch seinen Hobbies und Interessen frönen dürfen..lässt man ihm da Freiraum, ist er auch gerne offen für Vorschläge und gemeinsame Aktionen.


3. Wie verhalte ich mich, wenn mein „Helferchen“ wütend wird?

Ganz schlecht kommt, wenn das "Helferchen" dann ignoriert wird.

Das "Helferchen" wünscht sich dann Annahme und möchte dann auch meist kuscheln.

Bitte denkt auch daran, dass es normal ist, wenn auf Sonnenschein Regen folgt und Meinungsverschiedenheiten gut und wichtig sind, wenn sie nicht in einen schlimmen Streit ausarten.

Seid Euch sicher, dass das "Helferchen" erst mal grundsätzlich eher überhaupt nicht nachtragend ist. Ihr könnt ihm das ruhig glauben, wenn er es sagt. Im Normalfall sind nämlich die Rauchwolken schnell verzogen. :)


4. Wie gestalte ich meine Beziehung zu meinem "Helferchen" annäherend harmonisch, so dass auch beide Seiten noch ein eigenes Leben führen können?

Das "Helferchen" liebt klare Absprachen...damit kann man immer punkten. :)

Sinnliche und gedanklich erfasste Aufmerksamkeiten wohl dosiert weiss das "Helferchen" sehr zu schätzen..nicht nur das: Er liebt es. :)

Wenn das "Helferchen" sich körperliche Nähe wünscht, ist das nur sein natürliches Bedürfnis Euch gerne sehr nahe zu sein ohne Euch was Böses tun zu wollen. Wenn Ihr es dennoch nicht möchtet, bringt es Eurem "Helferchen" bitte schonend und vor allem sachlich bei. Als gutes "Helferchen" wird es es verstehen. :)


5. Sonstiges

"Helferchen" haben natürlich auch bestimmte Eigenarten:

So haben sie zum Beispiel auch Kuscheltiere, diese sehen nur in der Regel komplett anders aus als vielleicht erwartet, z.B. eher so wie Computer, Spielekonsolen etc. pepe. ;-)

"Helferchen" freuen sich auch über Geschenke, gehen da jedoch oftmals auch sehr pragmatisch ran...optimale Geschenkideen (neben natürlich auch einfach schön gemeinsam kuscheln können oder gemeinsam Sonnenunter- und -aufgänge bewundern können) sind z.B. so überaus praktische Dinge, wie eine Telefonflatrate oder ein Tankgutschein.  ;-)

"Helferchen" diskutieren und erörtern eigentlich auch für ihr Leben gerne...das kann manchmal soweit gehen, dass sie auch mal nicht mitbekommen, dass man eigentlich schon schnarchend neben ihnen liegt oder sich als Selbstschutzmassnahme die Decke über den Kopf gezogen hat.  ;-)


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